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(Un-)Sicherheit und die eigene Nase

Ich bin über etwas gestolpert, was mich momentan einfach nur noch nervt. Es ist die massive Überreizung und Fehlinterpretation von dem, was man als Sicherheit im Bereich der IT oder beim Umgang mit digitalen Konsumformen empfindet. Hersteller und Anbieter werben mit Sicherheit in den höchsten Tönen, doch die Realität und der Kunde sehen das ganze etwas anders.

Wieso sind Menschen plötzlich so überrascht, wenn in der Zeitung steht, dass BND und NSA (Meta-)Informationen zu Profilen aggregieren und mit Selektoren nach Schemen suchen? Kann man nicht selbst etwas ändern? Interessante Doppelmoral.

Sicherheit ist eines des tollsten Themen im Umgang mit IT - jeder will es haben, keiner will es zahlen, alles soll einfach sein, totale Selbstkontrolle, keine Fremdbestimmung. Dabei ist das Wort schon so häufig überreizt, dass von "Verschlüsselung der Daten", über "Anonymität" bis hin zur "Abwehr von Ausspähungen" einfach alles in den gleichen Sack gepackt und synonym verwendet wird. Mal als Gegengewicht kann man auch "Verhinderung von Unfällen" sehen und schon bekommt das ganze eine andere Dimension.

Die Definition von IT-Sicherheit in Unternehmen will ich mal außen vor lassen, hier geht es vielmehr um Selbstschutz des geistigen Eigentums, Trennung von Netzwerken, Rechtsbefolgung oder Vereinheitlichung von Geschäftsprozessen. Was Unternehmen derzeit noch positiv erzwingen ist, ist dass die Benutzer in der Regel nur eingeschränkten Zugriff auf Medien haben (Dateien, Internet, Ressourcen jeglicher Art) - oftmals als Gängelung empfunden spielt hier jedoch der (inter-)kulturelle Kontext eine erhebliche Rolle, Abseits der oftmals stark passiven Firmenmentalität gegenüber moderner IT.

Als das Internet massentauglich wurde ergaben sich völlig neue Möglichkeiten, sowohl im positiven als auch negativen Sinne. Interkontinentalkommunikation wurde grenzenlos, Wissen verfügbar. Schadsoftware und Dialer jedoch auch. Also musste man sich absichern, um nicht Geld oder persönliche Daten zu verlieren. Das wurde zumindest direkt in allen Zeitungen und von dutzenden Experten so verkauft. Software wurde entwickelt und verkauft. Die Panikmaschine lief an und läuft bis heute noch auf Hochtouren.

Mit Smartphones und den permanenten Verknüpfung in sozialen Netzwerken und integrierten Diensten kam eine Dimension hinzu, die eigentlich nur in zwei Richtungen stark vereinfacht lenken konnte:
  • massives Umdenken
  • bedingungsloses Kapitulieren
Um es leicht zu machen: Kapitualation ist es geworden, jedoch nicht auf Grund von Viren oder "böser Software". Die User pumpen jeden Content bedingungslos hoch. Ein Account für alle Dienste, es wird gejubelt. Es ist ja schließlich umsonst, finanziert durch Werbeanzeigen, die genau dem Benutzer zusagen und dem Surfverhalten entsprechen.

Moment, woher wollen die Anbieter das denn eigentlich wissen? Es ist ebenfalls integriert und die Datenströme miteinander verknüpft. Was man dagegen tun kann? Dienste entflechten und trennen? Nein, einfach selbst ein wenig einschränken im eigenen Verhalten.

Ein Beispiel:
Anstelle die Kamera-Bilder des Smartphones automatisch in der Cloud zu sichern, kann man die auch auf den PC kopieren. Das ist pro Woche keine 5 Minuten Arbeit, jedoch weniger Komfort für etwas, was nie unkomfortabel gewesen ist. Es gibt aber noch eine Alternative: Die Einstellung so lassen und bewusst akzeptieren, dass bei einer möglichen Übernahme oder Kooperation zweier Anbieter, fiktiv Dropbox und Facebook, eine Transparenz entsteht.

Vielleicht sollte man einfach für sich selbst mal folgendes Überlegen:
  • Was bedeutet für mich Sicherheit?
  • Wofür möchte ich mich schützen?
  • Wogegen möchte ich mich absichern?
  • Muss alles miteinander interagieren, oder sind gewisse Abgrenzungen nicht sogar charmant?
Fakt ist: Es wird erfasst und ausgewertet, was verfügbar ist. Big Data Analysis heißt das!
Die Bereitstellung von Informationen ist also das, was entscheidend ist.

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