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Logistik-Review

Auf dem Weg zur Arbeit bin ich über eine Brücke gelaufen und beobachtete neben unzähligen PKWs auch LKWs und alles dazwischen (Lieferwagen etc.).
Das kann man doch intelligenter machen: Vier Gedanken schossen mir durch den Kopf.



1. Es wäre zielführender, wenn statt mehreren Logistikunternehmen/Paketzustellern innerstädtisch eine Koordination stattfinden würde. Durch optimiertes Routen- und Flottenmanagement könnte man so erreichen, dass der Paketbote nur noch einmal klingeln muss. Kombiniert mit Kundenpräferenzen (z.B. Zustellung ab 17 Uhr) wäre eine erhebliche Reduzierung in den Bereichen Retouren, Doppelfahrten und Zeit möglich. Voraussetzung hierfür ist lediglich, dass sich mehrere Unternehmen (DHL, UPS, DPD, Hermes und wie sie nicht alle heißen) zu einem Zustellverbund mit standardisierten Schnittstellen zusammenschließen würden. Klingt schon gut realistisch. Die routenspezifische Beladung der einzelnen Wagen könnte in Gewerbegebieten am Stadtrand erfolgen.

2. Wieso fahren LKWs immer die gesamte Strecke von A nach B? Weil man den Mensch an den LKW virtuell koppelt. Würde man das System umstellen in ein Pendelprinzip mit Umladeplätzen bzw. mit Pendelfahrern, so würden diese Fahrer mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Großteil ihrer Freizeit zuhause verbringen können, statt auf Rastplätzen dieser Welt. Ach, ein netter Nebeneffekt wäre hier zudem, dass die Ruhezeiten (die für den Fahrer gelten, nicht die Maschine) locker eingehalten werden könnten und die Auslastung der Maschine erheblich gesteigert werden. Wow, was ein wirtschaftlicher Gewinn das wohl wäre. Voraussetzung auch hier: Zusammenschluss internationaler Speditionen, wäre machbar per Gesetz bzw. Pendelanbietern. Hat ja auch bei Fernbusreisen funktioniert.

3. Autonomes Fahren 1: Mein Traum ist es, dass ich im Jahr 2030 kein Auto mehr besitzen muss, sondern mir bequem ein autonomes Fahrzeug per App zur Wunschzeit buchen kann. Dem Auto gebe ich dann nur Startzeit, Personenzahl und Zielpunkt ein und es hält vor meiner Tür, ich steige ein und werde gefahren. Persönlicher Chauffeur, genial! Die absolute Anzahl benötigter Autos sinkt damit massiv, denn das von mir genutzte Auto stünde nach Ende sofort jedem anderen wieder zur Verfügung. Die Auslastung von Autos würde steigen, denn es würde nicht mehr 8 Stunden auf dem Firmenparkplatz stehen, sondern Menschen sicher befördern und zum Feierarbend stünde pünktlich wieder ein Auto vor mir, um mich einzusammeln. Technisch problemlos möglich, sozio-kulturell ein Riesenschritt. Das wäre ein Traum.

4. Autonomes Fahren 2: Wieso ist die Erwartungshaltung gegenüber autonomen Autos, dass niemals ein (schwerer) Unfall passieren darf? Nüchtern betrachtet hat ein autonomes Fahrzeug vom ersten Kilometer an einen abstrakten Erfahrungswert mehrere hundert Millionen Kilometer und ist dem Mensch in jeder Situation überlegen. Ein Fahranfänger hat in der Regel 12-20 Stunden Unterricht gehabt und wird ohne Kontrollinstanz auf die Straße gelassen. Jetzt nochmal kurz überlegen, wo die Wahrscheinlichkeit einer Fehleinschätzung höher ist. Der Mensch zieht den Kürzeren. Zu glauben, dass durch autonomes Fahren die Unfallrate auf 0 sinkt ist naiv, aber angenommen wir haben nun 100% und könnten 99% abbauen, dann hieße das: Nur noch einer statt einhundert Menschen wird in einen Unfall verwickelt. Und diese Zahl sollte uns alle etwas positiver dem Thema gegenüber stimmen.

So, nun bin ich auf der Arbeit angekommen. Geistig stecke ich jedoch noch voll im Straßenverkehr, als Fußgänger.

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